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Die Querflöten


Zahlreich, charmant und musikalisch immer auf der Höhe - so stellen sich unsere Querflötistinnen dar. Dabei spielen sie ein Instrument, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann.
Die Querflöte wird zum ersten Mal im China des 9. Jahrhunderts vor Chr. erwähnt , als einfaches Holzinstrument, bei dem die verschiedenen Töne wie bei der heutigen Blockflöte durch Schließen von Löchern und dem Überblasen erzeugt wurden. Heute wird die Querflöte vorwiegend aus Metall hergestellt, verfügt über eine Vielzahl von Klappen und eine aufwändige Mechanik und somit über große technische und dynamische Fähigkeiten.  

Auf dem linken Foto ist auch Zeev Hille, unser Oboist, zu sehen.  

 

Unsere Flötistinnen: stehend v.l.n.r.: Anna-Lena Kolling, Jenny Theis, Yvonne Engel und Nicole Thielen. Vorne kniend: Frauke Beilz, Zeev Hille (Oboe) und Lisa Valerius.
v.l.n.r.: Jenny Theis, Yvonne Engel, Nicole Thielen, Anna-Lena Kolling, Es fehlen Frauke Beilz und Lisa Valerius

   

Die Klarinetten

Die Klarinette ist eine Weiterentwicklung des Chalumeau oder der Schalmei. Bei der Chalumeau kann erstmalig bei einem Einfachrohrblattinstrument das Rohrblatt vom Mundstück gelöst werden (heteroglottes Rohrblatt).

Die bedeutendste Errungenschaft auf dem Weg zur Klarinette gelang um 1700 dem deutschen Instrumentenbauer Johann Christoph Denner. Seine Weiterentwicklung der Chalumeau war die, dass er ein Instrument anfertigte, das mit einer Zusatzklappe zum Überblasen versehen war. Weil dieses Instrument im mittleren und hohen Register einen lauten, klaren Klang hatte, der an den der Barocktrompete (wegen des „Clarinspiels“ auch als Clarino bezeichnet) erinnerte, wurde es von Mayer im „Museum musicum“ (1732) als Clarinetto, also kleine Trompete bezeichnet.  Die Denner-Klarinette hatte nur zwei Klappen, doch verschiedene andere Hersteller fügten bald weitere hinzu, um zusätzliche Töne spielbar zu machen. Das klassische Instrument, wie Mozart es kannte und liebte, hatte acht Grifflöcher und etwa fünf Klappen. Heute haben die Klarinetten mindestens 20 Klappen.

In Blasorchestern wird die Klarinette für schnelle Solopassagen verwendet. In Blasmusikbearbeitungen symphonischer Werke übernehmen die in drei Gruppen geteilten Klarinetten häufig die Geigenstimmen. Sie spielen dort weitgehend in ihrem oberen Tonbereich, in dem sie sich leicht von den anderen Instrumenten abheben.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb an seinen Vater: „Ach, wenn wir nur clarinetti hätten! – sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten einen herrlichen Effect macht!“

Tja, er war halt nicht bei der Stadtkapelle Hermeskeil – hier hätte er sich über einen Mangel an Klarinetten nicht beschweren können. Sie bilden in der Stadtkapelle das größte Register. Die beiden Soloklarinettisten Fabian Gilles und Thomas Blatt haben sich sogar beruflich dem Klarinettenspiel verschrieben und unterrichten beide als Musiklehrer auf diesem Instrument.

  

Klarinettensatz 2008

Beim Probenwochenende und beim Jahreskonzert 2008.

Der Klarinettensatz 2009

v.l.n.r.: Rufani Arend, Anna Hessek, Stefan Eiden, Sophie Schäfer, Fabian Gilles, Anna Gard, Felix Lorang, Anna Bungert, Alexander Becker, Kathrin Sperber, Berthold Grenz (Bassklarinette) und Stephanie Klos. Es fehlen Thomas Blatt, Julia Melcher, Lisa Peter, Kristina Malburg und Hermann Schabbach

  

  

Die Saxophone

Das Saxophon wurde von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden und schließlich am 28. Juni 1846 in Frankreich patentiert. Es ist ein Blasinstrument und gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Im Patentantrag begründet Sax seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Holzblasinstrumente der tiefen Lage. Ursprünglich für den Einsatz im Sinfonieorchester gedacht, fand es zunächst Anwendung in Marsch- und Militärkapellen, da zeitgenössische Komponisten das neue Instrument zunächst weitgehend ignorierten. Den Marschmusikern imponierte die Möglichkeit, die technischen Möglichkeiten einer Klarinette in der bisher nicht bekannten Lautstärke umzusetzen.

Von dieser Besonderheit der Saxophone wissen in der Stadtkapelle die Flötistinnen ein Lied zu singen – sitzen sie doch vor dem Saxophonsatz und bekommen die volle Ladung aus diesen acht Instrumenten zu spüren. Aus diesem Grund müssen die Saxophonisten ihren ganzen Charme aufbringen, die gepeinigten Ladys nach besonders lauten Stücken zu besänftigen.

Der Saxophonsatz 2009

Holger Paulus, Janina Zequiraj, Leonie Klar, Ann-Kathrin Kaup, Hans Piroth, Isabelle Hesselbach. Sebastian Schneider.

Saxophone 2008

Oben beim Probenwochenende, unten beim Konzert 2008

  

 

Die Trompeten

Die Trompete ist ein hohes Blechblasinstrument, das als Aerophon mit einem Kesselmundstück nach dem Prinzip der Polsterpfeife angeblasen wird. Die Mensur ist relativ eng und der Schalltrichter entsprechend weit ausladend. Die Rohrlänge der am häufigsten vorkommenden B-Trompete beträgt ca. 134 cm.

Schon die Ägypter vor 3500 Jahren spielten trompetenartige Instrumente aus Metall, die gleiche Bauform dürfte auch die altjüdische Chazozra gehabt haben. Andere Vorgänger der heutigen Form waren die griechische Salpinx oder die römische Tuba und der Lituus sowie der keltische Karnyx. Vorrangig verwendetes Material für antike Blechblasinstrumente war Bronze.

Vom ausgehenden Mittelalter bis ins Barock galt die Trompete als Herrschaftssymbol. Trompeter waren hoch angesehene Beamte. Nur zu hohen kirchlichen Festen war es erlaubt, dass sie mit anderen Musikern zusammen zu anderen Zwecken spielten.

Das hat sich heute geändert: die Trompeter der Stadtkapelle spielen sehr gerne mit den anderen Musikern zusammen. Und bis auf eine Ausnahme sind sie auch keine Beamten.

v.l.n.r.: Henning Lorang, Lena Weber, Tommy Malburg, Eva-Maria Junior, Manuel Mergens, Regina Molitor, Hermann-Josef Nickels und Dr. Joachim Sand
Manuel Mergens, Eva-Maria Junior, Judith Piroth, Regina Molitor, Lena Weber und Henning Lorang. Es fehlen: Hermann-Josef Nickels, Joachim Sand, Tommy Malburg,

   
  

Die Schlagzeuger

Zum Schlagwerk im Blasorchester gehört im Grunde alles, was nicht einer der anderen großen Instrumentengruppen (Holzbläser und Blechbläser) zuzuordnen ist.

Zum Grundstock des Schlagwerks zählt man das eigentliche Schlagzeug oder Drumset, die Pauken, die Große Trommel, die Becken und das Triangel. Weitere wichtige Instrumente sind das Glockenspiel und andere Stabspiele (Xylophon, Vibraphon, Marimbaphon), Celesta, Tamtam, Gong und eine nach wie vor wachsende Anzahl von Effektinstrumenten (Ratsche, Hupe, Klingel oder Klapper). Auch Imitationspfeifen für Tierstimmen und Schreckschusswaffen gehören mittlerweile zum mehr oder weniger ausgebauten Repertoire eines Schlagzeugers.

Schlagzeugmusik ist auch Showmusik - die Schlagzeuggruppe der Stadtkapelle zeigte dies eindrucksvoll beim Jahreskonzert 2008 sowie in zwei großen Veranstaltungen des Hermeskeiler Karnevalsvereins Ruck-Zuck mit einem beeindruckenden Solostück.

Bei Tageslicht nicht wieder zu erkennen: v.l.n.r. stehend: Christoph Jansen, Daniel Ulmen, Marco Webel, Valerie Schäfer und Leo Ries. Vorne kniend: Stefan Eiden und Fabian Geibel
Unten im Jahreskonzert 2008
Daniel Ulmen, Valerie Schäfer, Leo Ries, Fabian Geibel, Christoph Jansen und Michael Schömer. Es fehlen Stefan Eiden und Marco Webel

 

 

Die Posaunen

In der Stadtkapelle werden nur Zugposaunen eingesetzt. Der Zug dient der Tonhöhenänderung, da durch Hinausschieben die Luftsäule verlängert wird. Die Posaune besteht aus einem S-förmig gebogenen zylindrischen Rohr, in das an einem Ende ein Mundstück eingesetzt wird und das sich am anderen Ende zum Schalltrichter öffnet. Das Instrument  entstand in ihrer jetzigen Form bereits um 1450 in Burgund als Weiterentwicklung der Zugtrompete und ist neben der Violine eines der ältesten voll chromatisch spielbaren Orchesterinstrumente. Die Instrumente werden bis heute in S-Form gebogen, gerollt oder in „Brezelform“ hergestellt. Die in der Bibel beschriebenen „Posaunen von Jericho“ waren wohl einfach gezogene, große Naturtrompeten. Der englische, französische und italienische Name des Instruments „trombone“„buisine“. bedeutet wörtlich nichts anderes als „große Trompete“. Der deutsche Name entwickelte sich aus der altfranzösischen Bezeichnung.

 

Drei Männer und eine Frau: Walter Melcher, Jessi Hesselbach, Daniel Backes und Horst Reichrath beim Probenwochenende 2008
Posaunen 2009: Thomas Sperber, Walter Melcher, Horst Reichrath und Thorsten John. Es fehlen Klaus Böttger, Jessi Hesselbach, Daniel Backes und Thorsten Schössler.

  

 

 

Die Waldhörner

 

Eines der ursprünglichsten Musikinstrumente, die der Mensch benutzte, dürfte das Horn sein. In seiner Urform bestand es aus einem Tierhorn, genauer einer Hornscheide der Cavicornia genannten Tiergruppen (Rinder, Schafe, Ziegen u. a.). Das Horn wurde dabei an der abgeschlagenen Spitze oder an einer seitlich gebohrten Öffnung angeblasen. Neben Hornscheiden wurden auch Stoßzähne, Schneckengehäuse oder Muscheln in ähnlicher Weise verwendet. Da diese Instrumente allenfalls über einige wenige aber dafür laute Töne verfügten, eigneten sie sich vor allem als Signalinstrumente. Diese Hörner sind mehr oder weniger die Vorläufer von Trompete, Posaune, Bügelhorn und eben dem Waldhorn – am letzteren ist allerdings der Name Horn oder Corno hängen geblieben. Die Geschichte des eigentlichen Waldhorns beginnt dagegen erst am Ende des 17. Jahrhunderts.

In der Stadtkapelle werden die sogenannten Doppelhörner in der F/B-Stimmung eingesetzt. Alte Literatur ist für Hörner oft in ES notiert, da früher in der Stadtkapelle Es-Althörner zum Einsatz kamen. Diese Instrumente sind heute allerdings nicht mehr im Einsatz.

Eine Besonderheit im Hornsatz ist das Alter der aktiven Musikschüler: Gerhard Piroth unterrichtet noch wöchentlich unser Ehrenmitglied Dietmar Weber, der sich mit seinen 62 Lebensjahren uneinholbar als ältester Musikschüler der Stadtkapelle fühlen darf.

 

 

Links im Jahr 2009. Es fehlen Sabine Knop und Marc Ries. Rechts im Kirchenkonzert 2008
Bei der Generalprobe zum Jahreskonzert 2008.

  

  

Die Tenöre

Als 1825 die Périnet-Ventile erfunden wurden, hat man neben der Trompete den Tenortrompetenbass erbaut, der sich zum Flügelhorn entwickelte. Zu diesem Instrument baute man eine weitere Form, das Tenorhorn.

1843 wurde dann das Euphonium erfunden, um einen tieferen und weicheren Klang zu erhalten. Es wurde allerdings damals noch mit dem italienischen corno basso chromatico bezeichnet. Als Erfinder gelten „Capellmeister Sommer“, der aus Weimar stammte, und Adolphe Sax. Das Euphonium erhielt eine weitere Mensur. Das Euphonium nennt man auch Infanteriecello, es ist das "Violoncello" der Blasmusik. Es ist aber auch in der sinfonischen Musik beheimatet – Gustav Holst und Gustav Mahler sind nur zwei Komponisten, die Tenorhörner als Soloinstrumente einsetzten.

In der Stadtkapelle werden sowohl das Tenorhorn als auch das Euphonium gespielt. Ergänzt wird das Register noch durch ein Bariton in C.

  

Christoph Geibel und Julian Jung mit ihren Euphonien. Rechts Karl-Heinz Becker mit seinem Bariton. Es fehlen Manfred Becker und Klaus Detemple. Thomas Sperber ist als Posaunist eingesetzt.
Die Tenöre 2008: links am Probenwochenende, rechts im Jahreskonzert.

    

    

Die Tubisten

Ein Instrument, dem sogar ein eigener Tag  gewidmet ist: 1979 rief der amerikanische Musiker Joel Day den „International Tuba Day“ aus, der seit dem Jahr 1982 jährlich am ersten Freitag im Mai stattfindet. Grund  war  fehlender Respekt und Anerkennung, die dem Tubisten zustehen. Die Tuba würde oftmals als unwichtig abgetan und als „imposantes“ Anhängsel angesehen. Aus diesem Grund rief er den Welt-Tuba-Tag aus.

Im Orchester werden Basstuba und Kontrabasstuba gleichermaßen verwendet. Die Tuba ist im Orchester meistens einfach, seltener auch zweifach besetzt.

In der Stadtkapelle sind sowohl die Basstuba als auch die Kontrabasstuba doppelt besetzt. Es bedarf auch keines Erinnerungstages – die Tubisten sind vollständig akzeptiert im Kreis der Musiker. Aber nicht nur die vier aktiven Jungs sind der tiefe Stolz der Blechregister – unser jüngster Tubaschüler ist bereits seit seinem achten Lebensjahr begeisterter  Bassist und inzwischen zehn Jahre alt.

   

Vier ganze Kerle - Tim Kaub, Siggi Haag, Christopher Weber und Christian Becker mit ihrem "schweren Gerät"!